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Augen auf im Tierschutz

Donnerstag, 4. Juni 2009, 11:40


Augen auf im Tierschutz

Sie wollen den Tierschutzgedanken unterstützen und haben sich entschlossen, einem in Not geratenen Hund aus dem Tierschutz ein Zuhause zu geben? Darüber freuen wir uns sehr!


Nicht überall, wo "Tierschutz" drauf steht, ist auch Tierschutz drin!

Auch im Tierschutz tummeln sich leider schwarze Schafe. Auch wenn Sie die Geschichte und das Schicksal eines Tieres noch so rührt, bitte beachten Sie auch bei der Adoption eines Hundes aus dem Tierschutz einige wichtige Punkte, damit Sie sicher sein können, dass Sie nicht nur einem in Not geratenen Lebewesen ein neues Zuhause gegeben haben, sondern auch wirklich den Tierschutzgedanken nachhaltig unterstützen.


Nie ohne Vor- und Nachkontrollen!

Sie haben bereits mit der Organisation bzw. dem Verein Kontakt aufgenommen, der den Hund vermittelt, für den Sie sich interessieren? Die meisten Ihrer Fragen konnte der Ansprechpartner des Vereins für das ausgesuchte Tier sicher bereits am Telefon beantworten und hat sicher auch Ihnen einige Fragen zu ihren Lebensumständen und Ihrer Erfahrung mit Hunden gestellt.
Ihre erste Kontaktaufnahme ist positiv verlaufen und Sie haben ernsthaftes Interesse daran, den Hund als neues Familienmitglied aufzunehmen?
Seriöse Tierschutzorganisationen und -vereine arbeiten mit dann mit sog. Vor- und Nachkontrollen bei Ihnen zu Hause.

In der sogenannten “Vorkontrolle” geht es nicht darum, Sie auszuspionieren oder zu überprüfen, wie ordentlich und sauber es z.B. bei Ihnen ist. Die Hunde aus dem Tierschutz haben in ihrer Vorgeschichte bereits einiges durchgemacht und sollen deswegen jetzt ein endgültiges Zuhause finden. Deswegen versuchen seriöse Vereine, bereits im Vorfeld herauszufinden, ob der Hund und die Interessenten auch wirklich zusammen passen. Dazu dient ganz besonders das ausführliche Gespräch bei Ihnen zu Hause, wo Sie noch einmal ausführlich informiert werden über die Besonderheiten des ausgewählten Hundes und Ihrerseits die Möglichkeiten haben, alle möglichen Fragen zu dem Hund und auch zur Hundehaltung allgemein zu stellen.
Ein seriöser Verein wird Ihnen spätestens in diesem Gespräch auch unaufgefordert eventuelle gesundheitliche oder Verhaltensprobleme des ausgesuchten Tieres mitteilen. Verlassen Sie sich z.B. nicht auf so pauschale Aussagen wie "Der Hund macht einen gesunden Eindruck", sondern fragen Sie genauer nach, ob es z.B. bereits Tierarztbesuche und -behandlungen gegeben hat.

Fragen Sie in der "Vorkontrolle" auch danach, ob der Verein Ihnen auch nach der Vermittlung z.B. bei gesundheitlichen oder Verhaltenspoblemen des Hundes mit Rat und Tat zur Seite steht und ob es einen Ansprechpartner gibt, den Sie bei Fragen und Problemen kontaktieren können. Seriöse Vereine sind auch noch lange nach der Vermittlung für die Tiere
und die neuen Halter da.

Einige Monate nach der Vermittlung sollten Sie und Ihr neues Familienmitglied dann noch einmal Besuch eines Beauftragten des Vereins erhalten. Seriöse Vereine überzeugen sich davon, dass es ihren ehemaligen Schützlingen gut geht, und Sie haben in der sogenannten “Nachkontrolle” noch einmal Gelegenheit, in einem ausführlichen Gespräch Fragen zu stellen, evtl. Probleme anzusprechen usw. Nutzen Sie diese Gelegenheit unbedingt!
Dieses vielleicht etwas aufwändige Verfahren hat einen Grund. Es unterscheidet seriösen Tierschutz vom Hundehandel, der leider auch oft unter dem Deckmantel des Tierschutzes betrieben wird und leider auch den gesamten (Auslands-) Tierschutz in Verruf bringt!


Nie ohne Chip/Tätowierung und gültige Impfnachweise!

Hunde aus dem Inland sollten mindestens über einen Chip oder eine Tätowierung und über einen Impfpass mit den gültigen Impfungen verfügen. Sollte es bereits tierärztliche Behandlungen gegeben haben, wird Ihnen ein seriöser Verein bei der Übergabe an Sie gern Kopien von Rechnungen und Untersuchungs- und Behandlungsberichten übergeben, auf die Sie und Ihr Tierarzt im Notfall zurückgreifen können, sollte das Tier später einmal erkranken.
Hunde aus dem Ausland sollten neben Chip bzw. Tätowierung auch über einen EU-Impfausweis (und zwar aus dem Herkunftsland und nicht über einen nachträglich in Deutschland erstellten!) verfügen, in dem die gültigen Impfungen eingetragen sind. Fehlen der EU-Ausweis mit den gültigen Impfungen und vielleicht sogar der Chip oder die Tätowierung, nehmen Sie lieber Abstand von der Adoption, denn dies könnte ein Indiz dafür sein, dass der Hund illegal nach Deutschland verbracht worden ist. Und warum sollte dies ein seriöser Tierschutzverein tun und bei der Einreise des Hundes eine Beschlagnahmung und Quarantäne des Hundes riskieren, nur um die vergleichsweise geringen Kosten für Chip, Impfung und EU-Papiere einzusparen? Dies wäre nicht im Sinne des Hundes und des Tierschutzes, weder in Deutschland noch im Ausland. Und auch wenn ein illegal importierter Hund nicht auffällt und beschlagnahmt wird, könnte er krank sein und hier andere Tiere anstecken. Auch dies wäre nicht im Sinne des Tierschutzes!


Der Hund aus dem Süden

Bei Hunden aus südlichen Ländern ist zudem ein sogenannter Mittelmeer-Check (MMK) unerlässlich. Dies ist eine Blutuntersuchung auf einige in den Mittelmeerländern, von Parasiten übertragene Erkrankungen wie z.B. Leishmaniose oder Babesiose, die häufig noch unentdeckt im Hund schlummern und irgendwann ausbrechen können. Lassen Sie sich eine Kopie der Blutuntersuchung aushändigen, wenn Sie einen Hund aus dem Süden adoptieren. Wenn Sie einen Hund mit einem positiven Titer für eine der Mittelmeererkrankungen adoptieren wollen, machen Sie sich unbedingt damit vertraut, was da auf den Hund und Sie gesundheitlich und finanziell zukommen kann und Sie wirklich bereit sind, dieses Risiko einzugehen. Nichts wäre schlimmer für alle, den Hund, Ihre Familie und Sie, als wenn Sie den Hund abgeben müssten, wenn er nach einiger Zeit an einer dieser Krankheiten erkranken sollte. Seien Sie misstrauisch, wenn der Tierschutzverein Erkrankungen wie Leishmaniose verharmlosen will ("Die Krankheit kann man gut mit günstigen Allopurinol-Tabletten für ein paar Euro im Monat in den Griff bekommen").
Wenn Sie einen Hund aus den Mittelmeeländern aufnehmen, sollten Sie den Mittelmeercheck nach einiger Zeit wiederholen lassen. Und seien Sie sich auch dessen bewusst, dass es selbst bei wiederholten MMK-negativen Untersuchungen ein Restrisiko gibt, dass der Hund die Erkrankungen trotzdem in sich trägt und sie irgendwann ausbrechen. Machen Sie sich deshalb mit den Krankheitsbildern vertraut und denken Sie auch noch Jahre später bei neu auftretenden Krankheitssymptomen an die Mittelmeererkrankungen, mit denen deutsche Tierärzte möglicherweise nicht so vertraut sind. Eine wertvolle Informationsquelle ist hier die Seite http://www.parasitus.com/ . Auch die Broschüre "Traumhund aus dem Süden " ist eine wertvolle Hilfe, die Sie unbedingt lesen sollten.


Niemals unter Druck setzen lassen!

Lassen Sie sich nicht künstlich unter Druck setzen ("Sie sollten sich schnell entscheiden, es gibt noch andere Interessenten!")! Sie kaufen kein Schnäppchen im Supermarkt, die Adoption eines Hundes als neues Familienmitglied für sein ganzes Hundeleben will wohl überlegt sein! Jeder seriös arbeitende Tierschutzverein wird das zu schätzen wissen, wenn sie keine übereilte Entscheidung treffen, sondern ihr neues Familienmitglied erst nach reiflicher Überlegung adoptieren.


Halten Sie die Augen auf auch bei der Adoption eines Hundes aus dem Tierschutz! Durch Ihre Aufmerksamkeit schützen Sie sich, die Tiere und den Tierschutzgedanken!

Adoptieren Sie niemals einen Hund aus Deutschland ohne Chip bzw. Tätowierung, gültige Impfungen und Impfausweis!
Adoptieren Sie niemals einen Hund aus dem Ausland ohne Chip bzw. Tätowierung, gültige Impfungen und EU-Impfausweis aus dem Herkunftsland!
Adoptieren Sie niemals einen Hund aus den Mittelmeerländern ohne den Nachweis des Mittelmeerchecks (MMK)!

Seien Sie misstrauisch, wenn der vermittelnde Verein nur wenig Interesse am zukünftigen Schicksal seiner Schützlinge zeigt und keine Vor- und Nachkontrollen durchführt!

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen!

Seien Sie ganz besonders vorsichtig, wenn ein Tierschutzverein "reinrassige" Welpen zur Vermittlung anbietet und lassen Sie sich die Herkunft dieser Welpen unbedingt belegen!

Ihr Cocker & Co. - Team
Cocker & Co. e.V. - Das Tierschutzportal
www.cocker-und-co.de


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